Raus aus dem Motivationstief

Raus aus dem Motivationstief

Vielleicht findest du dich in folgender Beschreibung wieder: Das Semester ist erst wenige Wochen alt, vom Schuljahr gerade das erste Viertel verstrichen und trotz all der guten Vorsätze mit denen du gestartet bist, fühlst du dich jetzt schon wieder so, als würdest du mit der Erledigung deiner Aufgaben Monate hinterherhinken. Obwohl du weißt, dass du wirklich dringend ein paar sehr wichtige Dinge erledigen solltest, kannst du dich kaum dazu aufraffen, selbst kleinere Aufgaben, wie z. B. den Abwasch erledigen oder einen wichtigen Anruf tätigen, anzugehen – schließlich darfst du ja kurze Anflüge von Tatendrang nicht auf solch niedere Aufgaben verschwenden. Und möglicherweise hast du insgesamt auch das Gefühl, dass das alles irgendwie ein bisschen an der kalten und dunklen Zeit des Jahres liegt.

Motivationstief_Schneeball

Bring einen Schneeball ins Rollen

Doch weißt du, was am Winter toll ist? Ja klar, auch Weihnachtsmarkt und Glühwein, aber vor allem - der Schnee! Stell dir vor du formst einen kleinen Schneeball und rollst ihn dann auf einer beschneiten Fläche entlang. Dein Schneeball wächst. Am Anfang ist das natürlich etwas mühsam, weil du gebückt durch den kalten Schnee gehen musst und vielleicht frieren dir auch fast die nicht behandschuhten Finger ab, aber irgendwann ist dein Schneeball zu einer mittelgroßen Schneekugel angewachsen, die nun von ganz alleine einen beschneiten Abhang hinunterrollen kann. Du kannst dann ganz entspannt auf der Spitze des Hügels stehen und dir anschauen, wie deine Schneekugel an Fahrt gewinnt und immer mehr und mehr an Masse zunimmt ... Wie fändest du es, wenn deine Motivation so wäre, wie der Schneeball: Am Anfang musst du sie zwar noch etwas formen, aber schon bald rollt sie ganz von alleine einen Hang hinunter und wird immer größer?

 

 

 

"Wie fändest du es, wenn deine Motivation so wäre, wie der Schneeball und ohne viel Mühe weiter wächst?"

Motivation steigern in drei Schritten

Dieser Blogbeitrag soll dir dabei helfen, dich aus einem Motivationstief herauszuarbeiten und eine erste Grundlage auf dem Weg zu einer gesteigerten Motivation zu legen. Nimm dir also eine Viertelstunde Zeit sowie Zettel und Stift zur Hand und lerne, wie du deinen Motivationsschneeball zum Rollen bringst!

 

Motivationstief_Liste

Schritt 1: Die Liste

Du kennst das schon – alles, was auch nur im Entferntesten mit Zeitmanagement und Co. zu tun hat, beginnt mit einer Liste. Als Listenhasser musst du da jetzt einfach durch und falls du eher dem anderen Lager angehörst, und „Auflisten“ ohnehin der Schreibstil deiner Wahl ist: gut für dich! Wichtig ist nur, dass du diesen Teil auf keinen Fall überspringst.

Welche Aufgaben stehen an?

Was sind das für Dinge, die dir den Schlaf rauben und dir permanent ein schlechtes Gewissen bereiten? Schreib sie einfach auf. ALLE. Selbst die allerkleinsten und selbst die Aufgaben, bei denen noch keine Alarmglocken schrillen, weil eine Deadline unmittelbar bevorsteht.

Wirklich jetzt: Schreib eine Liste oder les' gar nicht erst weiter. Klar, das kostet Zeit, aber dafür schaufelst du dir so nicht nur Kapazitäten im Arbeitsspeicher deines Denkapparates frei, sondern siehst gleich auf einen Blick, wie ernst es tatsächlich um dich bestellt ist. Außerdem kannst du natürlich die nächsten Schritte viel leichter auf einem Blatt Papier durchführen.

 

Auch Kleinigkeiten kommen auf die Liste

Das ist besonders wichtig, wenn dein Motivationsloch sehr tief ist und dein Antrieb gegen Null geht. Faustregel: je geringer der Antrieb, desto banaler die Aufgaben, die mit auf die Liste kommen. Also schreib ruhig auch duschen, Zähneputzen und vor 12 Uhr aufstehen auf deine Liste, wenn du das Gefühl hast, du musst bei den Basics des alltäglichen Lebens beginnen.

Zwischencheck: Die Länge deiner Liste

Fertig? Dann solltest du dir vor dem nächsten Schritt ein paar Sekunden Zeit nehmen, die Länge deiner Liste zu begutachten. Enthält sie eher wenige oder viele Aufzählungspunkte? Je nachdem, wie du deine Lage – äh Liste – einschätzt, kannst du entweder bei a) oder b) weiterlesen (Zeitsparen und so…).

a) Kurze Liste

Eine kurze Liste wirkt natürlich zunächst viel motivierender als eine, auf der sich unzählige Aufgaben aneinanderreihen. Bevor du dich jetzt allerdings entspannt zurücklehnst und die kurze Liste als Absolution für weiteres Aufschieben betrachtest, solltest du folgende Fragen beantworten:

  1. Hast bei der Aufgabensammlung wirklich sämtliche ToDos aufgeschrieben, die dich zur Zeit beschäftigen? Oder hast du dich nur auf einen einzelnen Bereich deines Lebens, z. B. die Uni oder Schule, beschränkt?
  2. Hast du größere Aufgaben oder Projekte als einzelne Aufzählungspunkte aufgelistet oder schon in ihre Teilaufgaben zerlegt? Diesen Schritt kannst du natürlich auch erst später erledigen, wenn deine Liste aber tatsächlich nur aus wenigen, aber umfangreicheren Projekten besteht, macht es Sinn, ihn bereits an dieser Stelle des Prozesses durchzuführen. Statt „Seminararbeit schreiben“ schreibst du also alle Teilaufgaben, die dir dazu einfallen, das können z. B. sein: „Literaturrecherche“, „Bücher aus der Bibliothek leihen“, „Gliederung erstellen“, „Sprechstundentermin vereinbaren“ und so weiter. Hierbei ist es auch noch gar nicht erforderlich wirklich alle nötigen Arbeitsschritte aufzulisten, sondern einfach diejenigen, die zu Beginn des Projekts anstehen.

b) Lange Liste

Deine Liste scheint endlos zu sein und möglicherweise nimmt sie sogar mehrere Seiten in Anspruch? Rückt bei einigen der Aufgaben vielleicht schon eine Deadline immer näher? Keine Panik, tief durchatmen und nicht entmutigen lassen. Immerhin beschäftigst du dich ja gerade genau damit, wie du am schnellsten deinen Motivationsschneeball ins Rollen bringst.

Schritt 2 - Ordne die Items deiner Liste

Jetzt kommt der wichtigste Teil dieser Übung, und wie du sehen wirst, hast du mit dem ersten Schritt bereits das Schwerste hinter dich gebracht. Denn das Einzige was du jetzt noch tun musst, ist das Ordnen der Aufgaben.

Wenn du dich bereits mit Zeitmanagementtechniken beschäftigt hast, kennst du vielleicht schon verschiedene Kriterien wie Dringlichkeit oder Wichtigkeit, nach denen ToDos sortiert werden können. Das macht natürlich durchaus Sinn, ist aber für dich jetzt zu kompliziert und zu zeitaufwändig. Schließlich ist dein Ziel, möglichst schnell einen Anfang zu finden und nicht schon laufende Arbeitsprozesse zu optimieren. Also weg mit diesen Kriterien und her mit einer einfachen Lösung!

Motivationstief_Notizen

 

Was geht am schnellsten?

Schreibe hinter jede Aufgabe, wie viel Zeit sie in etwa in Anspruch nehmen wird. Falls du schlecht im Schätzen bist, kannst du auch einfach mit Symbolen arbeiten: schnell zu erledigende ToDos (z. B. Dinge die im Haushalt anliegen, eine Mail schreiben, ein Telefonat) erhalten einen Punkt. Aufgaben, die sich nicht in kleine Teilaufgaben zerlegen lassen und mehrere Stunden am Stück in Anspruch nehmen, werden mit drei Punkten gekennzeichnet. Alles was dazwischen liegt erhält zwei Punkte. Die Perfektionisten, dürfen jetzt die Liste natürlich auch nochmal „in schön“ abschreiben.

Leg los: Kleinste Aufgabe zuerst!

Beginne mit der Aufgabe, die am schnellsten zu erledigen ist. Klar gibt es Dinge auf deiner Liste, die viel wichtiger sind und dringender erledigt werden müssen, als beispielsweise der Abwasch – aber diesen Gedanken musst du erstmal auf später verschieben. Von größter Bedeutung ist erst einmal, dass du einfach ins „Tun“ kommst.

Die erste Aufgabe ist erledigt? Zeit, dir kurz einmal selbst auf die Schulter zu klopfen. Du hast etwas geschafft und das obwohl du die freie Wahl hattest, dich ins Bett oder auf die Couch zu verziehen und mit Netflix deinen Tag zu vertrödeln! Jetzt mach weiter und erledige so viele kleine ToDos wie nur möglich und nimm dir nach jeder erledigten Aufgabe die Zeit, diese auf deiner Liste fett durchzustreichen oder abzuhaken. Du wirst sehen, die Liste wird tatsächlich in kurzer Zeit kürzer.

Kleine Challenge gefällig? Setz' dir als Ziel z. B. die ersten 5 Items deiner Liste abzuarbeiten oder stell dir einen Timer und erledige in den nächsten 15 oder 20 Minuten so viele Aufgaben, wie du kannst. Und selbst wenn du dann heute noch nicht zu den größeren Aufgaben deiner ToDo-Liste kommst, hast du doch den wichtigsten Schritt erledigt: nämlich einen Anfang geschaffen und deinen Motivationsschneeball ins Rollen gebracht, statt wieder einen Tag mit schlechtem Gewissen verstreichen zu lassen.

„Schummeln“ erlaubt!

Du siehst beim Erledigen des Abwaschs, dass der Mülleimer überquillt, aber „Müll rausbringen“ steht nicht auf deiner Liste? Dann bring den Müll trotzdem nach draußen, schreib die Aufgabe auf und streich sie direkt durch! Wieder ein Punkt für dich! Und wer sagt, dass auf einer ToDo-Liste nicht Liste schreiben stehen darf…

Belohnung!

Ziel erreicht? Schau dir deine Liste an – wenn du dich an alle oben beschriebenen Punkte gehalten hast, hast du echt schon Einiges erledigt und es wird Zeit, dass du dich dafür belohnst. Du selbst weißt am besten was dich glücklich macht. Die größte Belohnung wird aber sein, dass du den restlichen Tag ohne schlechtes Gewissen verbringen kannst.

Schritt 3 – Morgen ist auch noch wieder ein Tag

Vergiss nicht dran zu bleiben. Klar kann es sein, dass dein Tatendrang nicht bis zum nächsten Tag anhält und du dich morgen wieder neu aufraffen musst. Erinnere dich dann, wie es sich angefühlt hat die ersten Punkte von deiner Liste streichen zu können. Behalte das oben beschriebene Bild vom Schneeball vor Augen – irgendwann wird das Erledigen der Aufgaben zum Selbstläufer, und wenn wirklich gar nichts geht, fängst du einfach wieder mit ganz kleinen Dingen an.

Hinterlasse uns einen Kommentar! Was sind deine persönlichen Motivationstipps? Und schreib uns auch, wenn dich interessiert, wie du dich am besten an die großen Projekte auf deiner ToDo-Liste heranwagst.

 

von Anonymus

Veröffentlicht am 11.11.2016 

Bei dem hier veröffentlichen Blogeintrag handelt es sich lediglich um die persönliche Meinung des Autors und nicht um die offizielle Meinung der HDK Heidelberg Kolleg UG (haftungsbeschränkt)

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