Work-Life-Balance - ein unerreichbares Ideal?

Wir alle suchen sie: diese verheißungsvolle "Balance" zwischen Work & Play. Zwischen Arbeit und Familie, zwischen Studium und Freizeit, kurz: zwischen dem, was wir (vermeintlich) müssen und dem, was wir (vermeintlich) wollen.

Doch was müssen und was wollen wir eigentlich wirklich?

Mit Hilfe einiger bekannter Tipps zum Thema "Work-Life-Balance" wollen wir versuchen, diese Frage zu beantworten bzw. Anregungen für eigene Lösungsstrategien bieten.

Work-Life-Balance_Balance

4 Tipps zur Verbesserung Ihrer Work-Life-Balance

1. Frühes Aufstehen

Sie müssen nicht notwendigerweise der oder die Erste im Büro sein. Morgens aber genug Zeit zu haben, um nicht nur in Ruhe zu frühstücken und zu duschen, sondern vielleicht auch einen kurzen Spaziergang zu machen und die wichtigsten Punkte für den Tag planen zu können, das kann Ihnen einen massiven Produktivitätsboost geben.

2. Eine Prioritätenliste

Ohne klare und feste Prioritäten neigen To-do-Listen allerdings dazu, außer Kontrolle zu geraten. Es gibt immer mehr – viel mehr! - zu tun, als in 24 Stunden am Tag möglich ist. Und wo bleibt da der Schlaf? Und wo die Balance?

3. Ein Tagesplan mit klar abgesteckten Zeitfenstern für alles Wichtige

Mit klaren Prioritäten vor Augen, ist der nächste Schritt nun diese in angemessenen – und möglichst festen - Zeitblöcken unterzubringen. Damit geben Sie sich die besten Chancen, ihre wichtigsten Prioritäten auch wirklich getan zu bekommen.

Work-Life-Balance_Liste

4. Morgen- und Abendrituale

Seit der Erfindung des elektrischen Lichtes können wir die Nacht zum Tag machen. Und seit der Erfindung von süchtig machenden und unser Gehirn stets auf Hochaktivität haltenden Technologien wie Smartphones mit Social-Media-Apps tun dies auch immer mehr Menschen. Sich von solchen Gadgets auch nur für 30 Minuten vor dem Schlafengehen zu trennen, ist für viele schon zu einer wahren Herausforderung geworden. Einfache Übergangsrituale wie z.B. Zähneputzen und danach ein Buch zu lesen - anstatt den Newsfeed durchzugehen – helfen hier.

 

Einfacher gesagt als getan? In der Tat!

 

4 Probleme, die Ihnen beim Befolgen dieser Tipps begegnen können:

Work-Life-Balance_Schlaf

1. Sie haben die Angewohnheit erst dann aufzustehen, wenn es absolut notwendig ist und Sie sonst zu spät kommen würden. In Ruhe Frühstücken ist vielleicht ein netter Gedanke, aber für Sie zählt am Morgen nur jede kostbare Minute Schlaf und Erholung!

-> Das klingt ganz danach, als ob Sie nicht lang genug oder gut genug geschlafen haben! Stellen Sie sicher, dass sie mindestens 8 Stunden erholsamen Schlaf bekommen. Wie viele Stunden Sie genau benötigen und was Sie am besten vor dem Schlafengehen erholen lässt, gilt es nun herauszufinden!

2. Ihre To-Do-Liste ist so lang, dass Sie gar nicht richtig durchblicken und einfach nur froh sind, wenn Sie möglichst viel getan bekommen. Sie wollen also keine unbestimmt lange dauernde Zeit damit verschwenden, sich über Prioritäten den Kopf zu zerbrechen. Es gibt ohnehin immer wieder Dinge, die sie nicht einplanen können.

-> Wenn Sie befürchten, das Erstellen von Prioritäten könne eine zu lange Zeit in Anspruch nehmen, dann nehmen Sie sich nur 5 Minuten dafür. Stellen Sie sich einen Wecker und versuchen Sie in dieser Zeit, die für Sie bestmögliche Entscheidung zu treffen. Der Zeitdruck wird es Ihnen erleichtern, sich wirklich auf diese Aufgabe zu konzentrieren und Sie werden erstaunt sein, wie viel Sie in dieser kurzen Zeit bedenken können. Wiederholen Sie das täglich für wenigstens eine Woche und schauen Sie zu, wie langsam Licht in Ihren Dschungel aus To-dos fällt.

 

3. Es fällt Ihnen schwer abzuschätzen, wie lange Sie für eine Aufgabe benötigen und Sie wissen auch gar nicht, wie viel Sie heute geschafft bekommen. Schließlich hängt das auch immer von Ihrer jeweiligen "Tagesform" ab.

-> Ja, jeder fühlt sich an manchen Tagen besser als an anderen. Wir alle haben produktivere und weniger produktive Phasen. Wann sind Ihre? Sind Sie in den ersten zwei Stunden auf der Arbeit motiviert oder hängen nur an der Kaffeemaschine? Blühen Sie kurz vor Feierabend noch einmal auf oder sehen Sie schon eine Stunde vorher nur noch ununterbrochen auf die Uhr? Wann können Sie sich am besten konzentrieren? Schreiben Sie sich die Antworten auf und legen Sie sich die schwierigen Aufgaben in Ihre konzentriertesten Phasen und die leichten in die Tageszeiten, wo Sie weniger Energie haben. Je besser Sie sich so kennen und einschätzen lernen, desto zufriedener werden Sie selbst mit Ihrer Performance sein!

 

4. Nach 8 oder sogar 10 Stunden Arbeit haben Sie sich doch wohl eine Auszeit verdient! Wenn Sie da jetzt nicht einmal mehr Fernsehen dürfen oder mit Ihren Freunden auf Social Media Kontakt halten, was soll dann das ganze Gerede von Work-Life-Balance?

-> Das Wichtigste ist, dass Sie das für Sie Wichtigste stets im Auge behalten. Wünschen Sie sich mehr Zeit für Aktivitäten mit Ihren Freunden? Vielleicht sollten Sie am Wochenende mal wieder was zusammen unternehmen oder anfangen den nächsten gemeinsamen Urlaub zu planen. Oder telefonieren Sie, anstatt zu texten. Eine vertraute Stimme zu hören und sich ganz auf das Gespräch zu konzentrieren sorgt auch für ein viel befriedigenderes Erlebnis als einfach nur ein digitales "Hallo, wie geht's?" während direkt daneben die schlimmsten Unfälle des Tages mit den neuesten Katzen-Memes konkurrieren.

 

Idealerweise geht es bei Work-Life-Balance darum, sich darüber klar zu werden, was man sich in seinem Leben wünscht und das auch verwirklichen zu können. Viel zu oft fragen wir uns aber immer zuerst: "Was muss ich tun?" und kommen gar nicht mehr dazu zu fragen: "Was will ich tun?". Dabei sollte es genau umgekehrt sein. Würde nämlich das, was wir tun müssen eben davon abhängen, was wir tun wollen, dann würden wir uns um Work-Life-Balance wahrscheinlich gar keine Gedanken mehr machen.

Work-Life-Balance_happyworker

Von Michaela Vogl

Veröffentlicht am 22.02.2017

Bilder Designed by Yanalya / mrsiraphol / Javi_indy @ Freepik

Bei dem hier veröffentlichen Blogeintrag handelt es sich lediglich um die persönliche Meinung des Autors und nicht um die offizielle Meinung der HDK Heidelberg Kolleg UG (haftungsbeschränkt)